Reportagen

Vereinsfahrt 2006 zum 34. GutMuths-Rennsteiglauf

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Geschrieben von: Stefan Losch

Bericht
Gruppenfotos
Das Rennsteiglied (Text und Hörprobe)
Internetseite des Veranstalters

Der Rennsteig rief uns erneut...

Getreu dem Refrain des Rennsteiglieds "... im nächsten Jahr sind wir alle wieder da ..." ging die diesjährige Vereinsfahrt des TUSEM nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wieder vom 19. - 21. Mai gen Thüringen zum Rennsteiglauf. Wir starteten am Freitagmorgen pünktlich um 7.30 Uhr ab dem S-Bahnhof Essen-West. Der komfortable Reisebus der Essener Firma Gossens war mit 52 Personen bis auf den letzten Platz ausgebucht. Die Fahrt von ca. 6 Stunden bis zu unserem ersten Ziel Oberhof, Imbisspause am Autobahnrasthof inklusive, gestaltete sich äußerst kurzweilig. Für einige war es das erste Wiedersehen nach einem Jahr. Es wurden viele Erlebnisse ausgetauscht und über Läuferfragen, speziell den Ultralauf betreffend, gefachsimpelt. Unser Professor Heinrich Seegenschmiedt, der in Begleitung einer seiner Söhne war, entpuppte sich zudem als wahrer Entertainer. In den hinteren Reihen kreiste auch schon einmal eine Flasche Sekt, und an der Thüringer Landesgrenze stimmten wir uns schon einmal mit dem Rennsteiglied auf das noch Kommende ein.

In Oberhof, den Startort des Halbmarathons, konnten die entsprechenden Startunterlagen in aller Ruhe abgeholt werden. Glücklicherweise wurden die meisten Halbmarathonis aufgrund des erfolgreichen Abschneidens im Vorjahr in den Eliteblock einsortiert. Die erforderliche "Cleverness" des Vorjahres wurde aber natürlich an die Neulinge weitergegeben! Die verbleibende Zeit konnte danach noch für ein erstes Schwarzbier genutzt werden. Und so manchen lockten natürlich auch die originalen Thüringer Bratwürste.

Um 14.30 Uhr ging es dann weiter nach Suhl zum Ringberghotel, das wie im Vorjahr für zwei Übernachtungen unsere Unterkunft bleiben sollte. Da es das üppige Buffet, an das sich die meisten noch mit Wohlwollen erinnerten, erst am nächsten Abend geben sollte, fuhren viele noch nach Schmiedefeld, um den Zielbereich zu inspizieren und sich nochmals zu stärken. Eine gute Wahl, haben doch diejenigen, die sich für ein Abendessen im Hotel entschieden hatten, sehr lange auf ihr Essen warten müssen. Ein Manko bei dem ansonsten sehr ordentlichen Hotel.

Einen Heidenrespekt flößte uns der Wetterbericht für den nächsten Tag ein: von Orkanböen und heftigen Regenschauern war die Rede, ja selbst eine Unwetterwarnung wurde ausgegeben. Davon war zum Glück Samstag in aller Herrgottsfrüh (noch) nichts zu merken. Manchmal stellt sich die Frage, was anstrengender ist: der Lauf an sich oder den Körper nach dem unchristlich frühen Aufstehen in Leistungsbereitschaft zu versetzten. Am schlimmsten traf es wieder die Supermarathonläufer, die schon um 3.45 Uhr vom Hotel abgeholt wurden, um sich dann um 6.00 Uhr über 72,7 km von Eisenach nach Schmiedefeld mit 2000 Leidensgenossen in Bewegung zu setzten. Neben Khalid Ghazi, der sich einiges vorgenommen hatte und Heinrich Seegenschmiedt, der ebenfalls relativ flott in ca. 7 Stunden durchkommen wollte, war für die anderen Debütanten das Ankommen das erklärte Ziel. Dazu hatten sich 2 Pärchen gebildet: Heidi Kroll hielt sich an die erfahrene Jutta Jöhring, und auch Oliver Quast und Bernhard Kluschat gingen die Strecke gemeinsam an.

Über die sehr anspruchsvolle Strecke muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Sie verläuft größtenteils über befestigte Waldwege und weist erhebliche Höhenunterschiede auf. Nicht umsonst spricht man bei der Veranstaltung von Europas größtem Crosslauf. Den schnelleren Läufern blieb oft nicht die Zeit, die Schönheit der umliegenden Landschaft zu genießen, weil der Blick immer fest auf den Vordermann bzw. den Boden gerichtet sein musste, um Stürze zu vermeiden.

Nachdem die Supermarathonis schon 1,5 Stunden unterwegs waren, erfolgte um 7.30 Uhr der Start der Halbmarathonläufer in Oberhof. Bei über 6000 Läufern war es wichtig, sich nach dem Start eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, um nicht an den ersten schmalen Wegen ausgebremst zu werden. Stefan Losch war in knapp 1:21 Stunden trotz dreiminütigem Zeitverlust zum Vorjahr schnellster Tusemer, gefolgt von Frank Weigang (1:22:43). Felicitas Witt machte diesmal ernst und benötigte, wie auch Burkard Vielhaber, 1:30:02 Stunden, was ihr einen Sieg in der neu eingeführten Studentenwertung einbrachte. Die nächsten Finisher waren Dirk Schmeetz (1:39:32), Wolfgang Tonhäuser (1:49:52) und, ebenfalls noch unter 2 Stunden, Ulrich Dörr (1:57:43).

Um 9.00 Uhr, als Cita gerade im Ziel war, startete der Marathon in Neuhaus (wegen 43,1 km eigentlich auch schon ein Ultra). Einziger Vertreter des TUSEM war hier Dirk Held, der mit der harten Strecke zu kämpfen hatte und - für ihn ungewohnt - über 4 Stunden benötigte. Am späten Vormittag verschlechterte sich das Wetter zunehmend, so dass nur noch ein harter Kern auf den Zieleinlauf unserer Ultras wartete. Der Rest fuhr mit Taxi oder Bus ins Hotel zurück und nutze die Zeit ausgiebig zur Regeneration in der hoteleigenen Sauna. Die durchnässten Ultras trudelten dann ab Mittag langsam aber stetig ein. Khalid war mit 6:30 Stunden gut dabei, die Strecke hatte ihm aber einen gehörigen Respekt eingeflößt. Heinrich erreichte in 7:07 Stunden das Ziel, und Heidi und Jutta liefen nach 8:17 Stunden locker über die Ziellinie, dabei hatte Heidi unterwegs noch mit Knieschmerzen zu kämpfen. Oliver und Bernhard machten nach 9:21 Stunden den Schluss.

Am Abend erwartete uns dann ein tolles Büffet mit allem, was das Läuferherz begehrt. Und da auch alle den nötigen Appetit mitbrachten, mussten die Kellner oft für Nachschub sorgen. Die vollen Mägen und das wirklich schlechte Wetter sorgten dann aber dafür, dass nur noch Wolfgang Tonhäuser und Dirk Schmeetz mit Freundin zurück nach Schmiedefeld fuhren, um die wahnsinnige Finisher-Party live zu erleben. Wie viele Biere hier noch getrunken wurden, ist dem Verfasser dieser Zeilen nicht bekannt.

Am Sonntag hieß es dann nach einem reichlichen Frühstück wieder Abschied nehmen. Und nachmittags waren wir wieder alle wohlbehalten in Essen - müde, aber sehr zufrieden. Gerade die Supermarathonis hatten die Strapazen gut verpackt und sahen irgendwie selig aus. Zum Schluss: ein ganz besonderer Dank geht an Gerd Zachäus und seiner Frau Elke, die uns wieder einmal mit großem Einsatz und perfekter Organisation eine wunderschöne Fahrt bescherten. Es lief wirklich alles rund, und dieser "Idealzustand" ist alles andere als selbstverständlich. Wir freuen uns schon sehr auf die nächste Fahrt!

Gruppenfotos

Die "wahren" Rennsteigläufer

Die "Halben"

Unsere ganze Truppe

Das Rennsteiglied

Hörprobe vom Rennsteiglied

Der Rennsteig ruft uns in jedem Jahr, wir rufen "Rennsteig", sind wieder da,
auf deinen Wegen mal Berg mal Tal, sind wir so glücklich jedes Mal,
auf deinen Wegen mal Berg mal Tal, sind wir so glücklich jedes Mal.

Refrain:
hei hei hei ho der Rennsteiglauf
hei hei hei ho wir sind gut drauf
hei hei hei ho im nächsten Jahr, sind wir Alle wieder da
hei hei hei ho im nächsten Jahr, sind wir Alle wieder da

Egal ob Neuhaus ob Eisenach, ob Oberhof - wir sind eine Macht,
so viele Freunde am Wege steh'n, in Schmiedefeld das Wiedersehen,
so viele Freunde am Wege steh'n, in Schmiedefeld das Wiedersehen.

Refrain:
hei hei hei ho ...

   

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